Tomaten reifen nach

Meine Tomaten bekommen braune Flecken – ist das Braunfäule und kann ich die Früchte noch essen?

Magicgardenseeds GmbH 2023
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Braune Flecken auf Blättern, Stängeln oder Früchten lassen bei Tomatengärtner*innen schnell die Alarmglocken läuten. Gerade im Spätsommer steckt dahinter häufig die Kraut- und Braunfäule. Doch nicht jeder braune Fleck bedeutet automatisch das Ende der Tomatenernte. Entscheidend ist, genau hinzusehen: Wo treten die Flecken auf, wie sehen sie aus und sind auch die Früchte betroffen?

Willkommen in unserer Magic Garden Seeds Garten-Sprechstunde. Hier beantworten wir konkrete Fragen aus dem Gartenalltag – verständlich, praktisch und mit einem liebevollen Blick auf das, was Pflanzen uns zeigen möchten.

Heute geht es um eines der gefürchtetsten Probleme im Tomatengarten: Die Pflanzen waren wochenlang gesund und voller Früchte – und plötzlich erscheinen braune Flecken auf den Blättern. Vielleicht verfärben sich auch die Stängel oder einzelne Tomaten.

Der erste Gedanke ist häufig: Ist das Braunfäule? Und muss ich jetzt meine komplette Ernte wegwerfen?

Die gute Nachricht vorweg: Nicht unbedingt. Aber bei Kraut- und Braunfäule lohnt es sich, schnell zu reagieren.

starker Befall mit Kraut- und Braunfaeule an Tomaten

Das erkennst Du

Die Kraut- und Braunfäule zeigt sich meist zuerst an den Blättern.

Typische Anzeichen sind:

  • zunächst graugrüne, später braune bis dunkelbraune Flecken auf den Blättern
  • unregelmäßig geformte Flecken, die sich nach und nach vergrößern
  • dunkelbraune Stellen an Blattstielen und Stängeln
  • welkende und absterbende Blätter
  • braune, feste oder eingesunkene Stellen an den Früchten
  • bei feuchter Witterung manchmal ein heller Belag auf der Blattunterseite

Oft breitet sich die Krankheit recht schnell aus. Innerhalb weniger Tage kann aus einem kleinen Fleck ein deutlich sichtbarer Befall werden.

Besonders typisch ist, dass nicht nur einzelne Früchte betroffen sind, sondern auch Blätter und Stängel Veränderungen zeigen.

Was ist Kraut- und Braunfäule eigentlich?

Die Kraut- und Braunfäule wird durch den Erreger Phytophthora infestans verursacht.

Er liebt vor allem eines: Feuchtigkeit.

Wenn Tomatenblätter über längere Zeit nass bleiben, kann sich der Erreger besonders gut entwickeln. Deshalb tritt Braunfäule häufig nach längeren Regenperioden, bei feucht-kühlem Wetter oder im Spätsommer auf, wenn die Nächte kühler werden und sich morgens viel Tau bildet.

Das erklärt auch, warum Tomaten unter einem Regendach häufig weniger stark betroffen sind als Pflanzen, die völlig ungeschützt im Freiland stehen.

Einfach gesagt: Braunfäule ist vor allem dann im Vorteil, wenn Tomatenblätter lange feucht bleiben.

Ist jeder braune Fleck Braunfäule?

Nein.

Gerade bei Tomaten gibt es verschiedene Ursachen für braune oder schwarze Stellen.

Besonders häufig wird die Kraut- und Braunfäule mit der Blütenendfäule verwechselt.

Bei Blütenendfäule sitzt der dunkle Fleck normalerweise am unteren Ende der Frucht – also gegenüber vom Stielansatz. Blätter und Stängel bleiben dabei meist gesund.

Das ist ein wichtiger Unterschied:

Braune Flecken an Blättern, Stängeln und Früchten: Kraut- und Braunfäule möglich.

Dunkler, eingesunkener Fleck nur am unteren Ende der Frucht: eher Blütenendfäule.

Blütenendfäule ist keine ansteckende Krankheit, sondern eine physiologische Störung der Pflanze. Wenn Du genauer wissen möchtest, woran Du sie erkennst und was dagegen hilft, findest Du hier unseren Beitrag „Warum bekommen meine Tomaten unten schwarze Flecken?“.

Kann ich Tomaten mit Braunfäule noch essen?

Hier kommt es darauf an, ob die Frucht selbst betroffen ist.

Die Tomate hat braune Stellen

Tomaten, die selbst typische Braunfäule-Symptome zeigen, solltest Du besser nicht mehr essen.

Die Verfärbungen können tiefer ins Fruchtgewebe reichen, als von außen sichtbar ist. Außerdem können geschädigte Stellen von weiteren Mikroorganismen besiedelt werden.

Das großzügige Herausschneiden der braunen Stelle ist deshalb keine empfehlenswerte Lösung.

Die Pflanze ist betroffen, die Tomate sieht aber gesund aus

Anders sieht es bei völlig unversehrten Früchten aus.

Gesunde Tomaten von einer befallenen Pflanze kannst Du noch ernten und möglichst zeitnah verwenden.

Gerade im September hängen häufig noch viele grüne Früchte an der Pflanze. Diese kannst Du vorsichtig abnehmen und im Haus nachreifen lassen.

Beobachte sie dabei regelmäßig. Manchmal werden Symptome erst einige Tage später sichtbar.

Entwickelt eine Frucht dunkle, verdächtige Stellen, solltest Du sie aussortieren.

Tipp: Wildtomaten sind äußerst widerstandsfähig gegen Kraut- und Braunfäule und können auch ohne Regenschutz angebaut werden.

Was kannst Du sofort tun?

Wenn Du Kraut- und Braunfäule entdeckst, kannst Du bereits geschädigte Pflanzenteile nicht wieder gesund machen. Aber Du kannst versuchen, die weitere Ausbreitung zu verlangsamen.

1. Befallene Blätter entfernen

Entferne einzelne erkrankte Blätter möglichst frühzeitig.

Arbeite dabei vorsichtig und fasse anschließend nicht unnötig viele gesunde Pflanzen an.

Wenn große Teile der Pflanze betroffen sind, lohnt sich das Entfernen einzelner Blätter allerdings kaum noch.

2. Gesunde Früchte ernten

Reife und gesunde Tomaten solltest Du von stark befallenen Pflanzen möglichst bald ernten.

Auch weit entwickelte grüne Früchte können häufig im Haus nachreifen.

3. Blätter trocken halten

Gieße Tomaten immer direkt an die Erde und möglichst nicht über die Blätter.

Gerade im Spätsommer solltest Du außerdem darauf achten, dass die Pflanzen luftig stehen. Dichtes Blattwerk trocknet nach Regen oder Tau deutlich langsamer ab.

4. Stark befallene Pflanzen entfernen

Ist die Pflanze großflächig befallen und stirbt sichtbar ab, solltest Du sie aus dem Bestand nehmen.

So verringerst Du zumindest die Menge an befallenem Pflanzenmaterial zwischen Deinen Tomaten.

Warum tritt Braunfäule gerade im Spätsommer so häufig auf?

Tomaten lieben Wärme. Braunfäule liebt Feuchtigkeit.

Im Sommer kann Regen auf den Blättern oft schnell wieder abtrocknen. Im September sieht das häufig anders aus.

Die Nächte werden länger und kühler. Morgens liegt Tau auf den Pflanzen, während die Sonne weniger Kraft hat. Bleiben die Blätter über viele Stunden feucht, entstehen besonders günstige Bedingungen für den Erreger.

Deshalb erleben viele Tomatengärtner*innen das gleiche Phänomen: Den ganzen Sommer wachsen die Pflanzen scheinbar problemlos – und kurz vor der letzten großen Ernte beginnt plötzlich die Braunfäule.

So kannst Du Braunfäule vorbeugen

Vollständig verhindern lässt sich die Krankheit nicht immer. Aber Du kannst die Bedingungen für Deine Tomaten deutlich verbessern.

Tomaten vor Regen schützen

Ein Tomatendach oder ein geschützter Standort kann sehr hilfreich sein.

Wichtig ist allerdings, dass trotzdem genügend Luft an die Pflanzen kommt. Ein komplett geschlossenes, feuchtes Gewächshaus ist ebenfalls nicht ideal.

Ausreichend Abstand lassen

Stehen Tomaten sehr dicht zusammen, trocknen ihre Blätter langsamer ab.

Ein luftiger Aufbau hilft dabei, Feuchtigkeit schneller loszuwerden.

Direkt an die Erde gießen

Gieße möglichst morgens und direkt im Wurzelbereich.

So bleiben Blätter und Stängel trocken.

Untere Blätter im Blick behalten

Blätter, die direkt auf der Erde liegen oder ständig feucht werden, kannst Du entfernen.

Die Pflanze sollte dabei aber nicht vollständig entblättert werden. Tomaten benötigen ihre Blätter weiterhin für Wachstum und Fruchtreife.

Pflanzen regelmäßig beobachten

Gerade nach einigen regnerischen Tagen lohnt sich ein genauer Blick.

Je früher Du Veränderungen erkennst, desto eher kannst Du reagieren.

Der Magic-Tipp

Bei Braunfäule ist nicht die braune Farbe das wichtigste Erkennungsmerkmal, sondern das Gesamtbild der Pflanze.

Schau deshalb nicht nur auf die Tomate selbst.

Sind auch Blätter und Stängel betroffen? Breiten sich die Flecken schnell aus? War das Wetter in den vergangenen Tagen feucht?

Je mehr dieser Hinweise zusammenkommen, desto wahrscheinlicher ist Kraut- und Braunfäule.

Und manchmal lohnt sich der zweite Blick ganz besonders: Ein dunkler Fleck ausschließlich am unteren Fruchtende kann nämlich etwas völlig anderes sein – die Blütenendfäule.

Was bedeutet Braunfäule für das nächste Anbaujahr?

Wenn die Tomatensaison mit Braunfäule endet, stellt sich schnell die Frage: Kommt die Krankheit nächstes Jahr automatisch wieder?

Nicht unbedingt. Trotzdem lohnt es sich, befallene Pflanzen am Saisonende sorgfältig zu entfernen und den Standort für das kommende Jahr bewusst zu planen.

Der Erreger der Kraut- und Braunfäule bildet Sporen, die sich vor allem bei feuchtem Wetter verbreiten. Sie können von erkrankten Blättern, Stängeln und Früchten ausgehen und beispielsweise durch Wind oder Spritzwasser auf weitere Pflanzen gelangen.

Deshalb solltest Du stark befallene Pflanzen nach Saisonende nicht einfach zwischen den Beeten liegen lassen.

Wie entsorge ich befallene Tomatenpflanzen?

Befallene Pflanzenreste solltest Du gründlich aus dem Beet entfernen. Dazu gehören auch abgefallene Blätter und kranke Früchte.

Oft liest man den Rat, Pflanzen mit Kraut- und Braunfäule grundsätzlich nicht zu kompostieren. Ganz so einfach ist es jedoch nicht.

Wenn Dein Kompost zuverlässig eine echte Heißrotte erreicht, kannst Du befallenes Pflanzenmaterial grundsätzlich mitkompostieren. Entscheidend ist, dass im Inneren des Komposts über längere Zeit hohe Temperaturen entstehen und das kranke Material vollständig in die heiße Zone gelangt.

Das befallene Pflanzenmaterial sollte deshalb nicht einfach oben auf den Kompost gelegt werden. Bei einem gut geführten Heißkompost können Temperaturen von etwa 55 bis 65 °C entstehen. Durch regelmäßiges Umsetzen gelangt auch Material aus den kühleren Randbereichen in das heiße Innere.

Bei einem gewöhnlichen, langsam verrottenden Gartenkompost werden solche Temperaturen dagegen häufig nicht zuverlässig erreicht. Wenn Du nicht sicher bist, ob Dein Kompost tatsächlich eine Heißrotte durchläuft, ist die kommunale Bio- oder Grüngutsammlung die sicherere Möglichkeit – vorausgesetzt, Deine Gemeinde nimmt krankes Pflanzenmaterial dort an.

Wichtig: Entscheidend ist also nicht allein die Frage „Kompost oder nicht?“, sondern wie Dein Kompost arbeitet.

Muss ich die Erde austauschen?

Im normalen Gartenbeet musst Du nach Braunfäule nicht automatisch die gesamte Erde austauschen.

Trotzdem kann es sinnvoll sein, Tomaten im nächsten Jahr möglichst nicht wieder exakt an dieselbe Stelle zu pflanzen. Ein Fruchtwechsel hilft dabei, den Krankheitsdruck insgesamt zu reduzieren und unterstützt zusätzlich eine ausgewogene Bodennutzung.

Dabei solltest Du bedenken, dass auch Kartoffeln von Phytophthora infestans befallen werden können. Wenn genügend Platz vorhanden ist, solltest Du deshalb weder Tomaten noch Kartoffeln unmittelbar auf derselben Fläche folgen lassen.

Bei Kübeltomaten sieht es etwas anders aus. Stark durchwurzeltes und verbrauchtes Substrat sollte ohnehin nicht unbegrenzt weiterverwendet werden. Nach einer Saison mit starkem Krankheitsbefall bietet frisches Substrat einen guten Neustart.

Tomatenstäbe, Schnüre und Werkzeug nicht vergessen

Auch Pflanzstäbe, Rankhilfen, Scheren und andere Gartenwerkzeuge kommen während der Saison mit Blättern, Stängeln und Erde in Kontakt.

Reinige wiederverwendbare Tomatenstäbe und Werkzeuge nach Saisonende gründlich und entferne anhaftende Pflanzenreste und Erde.

Schnüre oder andere Materialien, die sich nur schwer reinigen lassen, kannst Du bei starkem Befall besser ersetzen.

Starte im nächsten Jahr möglichst trocken

Für das kommende Anbaujahr bleibt die wichtigste Vorbeugung, längere Blattnässe möglichst zu vermeiden.

Ein luftiger Standort, ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen, Gießen direkt am Boden und ein Regenschutz können die Bedingungen für Kraut- und Braunfäule deutlich verschlechtern.

Ganz ausschließen lässt sich die Krankheit trotzdem nicht. Wetter, Feuchtigkeit und Sporen, die aus der Umgebung eingetragen werden, spielen ebenfalls eine Rolle.

Merke: Eine Braunfäule-Saison bedeutet nicht, dass Dein Tomatenbeet dauerhaft „verseucht“ ist. Saubere Pflanzenreste, gereinigte Hilfsmittel, ein sinnvoller Fruchtwechsel und möglichst trockenes Laub sind die wichtigsten Schritte für einen neuen Start im nächsten Jahr.

Unser Fazit

Braune Flecken an Tomaten sind ärgerlich, bedeuten aber nicht automatisch, dass Deine gesamte Ernte verloren ist.

Bei Kraut- und Braunfäule treten meist Veränderungen an mehreren Pflanzenteilen auf: Blätter bekommen braune Flecken, Stängel verfärben sich und später können auch die Früchte betroffen sein.

Tomaten mit sichtbaren Braunfäule-Symptomen solltest Du nicht mehr essen. Makellose Früchte von einer befallenen Pflanze kannst Du dagegen noch ernten und zeitnah verwenden. Grüne Tomaten können im Haus nachreifen, sollten dabei aber regelmäßig kontrolliert werden.

Vorbeugen kannst Du vor allem, indem Du Deine Tomaten möglichst trocken und luftig kultivierst: vor Regen schützen, direkt an der Erde gießen und ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen lassen.

Und falls die Braunfäule trotzdem kommt: Nicht verzweifeln. Gartenjahre sind verschieden. Manchmal gehört auch eine kranke Tomatenpflanze dazu – und zeigt uns ziemlich eindrücklich, wie eng Wachstum, Wetter und Jahreszeiten miteinander verbunden sind.

Welche Pflanze macht Dir gerade Rätsel?
Schreib uns Deine Frage in die Kommentare – vielleicht beantworten wir sie in der nächsten Magic Garden Seeds Garten-Sprechstunde.