Wilde Möhre (Daucus carota ssp. carota) Samen
- Aromatische Wildform der Gartenmöhre mit essbaren Samen, jungen würzigen Wurzeln und dekorativen weißen Doldenblüten.
- Das Samentütchen enthält ca. 1000 Korn samenfestes Saatgut aus konventionellem Anbau.
- Anspruchslose, trockenheitsverträgliche und winterharte Wildpflanze für sonnige Beete, Wiesen und Naturgärten.
CHF 2.10
Beschreibung
Aromatische Urform der Gartenmöhre mit filigranen Blütendolden
Die Wilde Möhre ist die ursprüngliche Wildform aus dem Verwandtschaftskreis unserer heutigen Gartenmöhre. Während Kulturmöhren dicke und fleischige Speicherwurzeln bilden, entwickelt Daucus carota subsp. carota eine eher dünne, beige bis bräunlich weiße Pfahlwurzel. Junge Wurzeln sind noch zart und zeichnen sich durch ein kräftiges, typisches Möhrenaroma aus. Sie eignen sich besonders gut zum Auskochen einer aromatischen Gemüsebouillon.
Mit zunehmendem Alter werden die Wurzeln faserig, scharf und holzig. Im zweiten Standjahr, wenn die Pflanze ihre Blütenstängel bildet, sollten sie daher nicht mehr für die Küche geerntet werden. Die Wilde Möhre ist zweijährig: Im ersten Jahr entstehen Blattrosette und Pfahlwurzel, im zweiten Jahr folgen die meist 30 bis 100 cm hohen, verzweigten Blütenstängel.
Die Pflanze ist ausgesprochen anpassungsfähig und wächst auf Wiesen, an Feld- und Wegrändern, auf Böschungen, Dämmen und anderen offenen Flächen. Sie bevorzugt sonnige Standorte und lockere, durchlässige Böden. Sandig lehmige, lehmige und kalkhaltige Böden sind gut geeignet. Selbst auf nährstoffreichen, leicht überdüngten oder etwas salzhaltigen Standorten kann sich die robuste Wildpflanze behaupten.
Weiße Doldenblüten für Naturgarten und Blumenbeet
Von Juni bis September trägt die Wilde Möhre zahlreiche große, fein aufgebaute Blütendolden. Die vielen kleinen weißen Einzelblüten verleihen der Pflanze ein leichtes, beinahe schleierartiges Erscheinungsbild. Im Zentrum einer Dolde befindet sich häufig eine einzelne dunkelrote bis fast schwarze Blüte, die besonders auffällig ist.
Nach der Blüte ziehen sich die Dolden nach innen und nehmen eine charakteristische nestartige Form an. Die Blütenstände eignen sich als luftige Schnittblumen, während die reifen Samenstände auch in Trockensträußen dekorativ wirken. Im Naturgarten, in Wildblumenflächen und in locker gestalteten Staudenbeeten sorgt die Wilde Möhre für einen natürlichen und zugleich markanten Akzent.
Die Blüten werden von Bienen, Wildbienen, Schwebfliegen, Käfern und vielen anderen Insekten besucht. Wegen ihrer offenen Blütenform sind Nektar und Pollen leicht erreichbar. Darüber hinaus ist die Pflanze eine wichtige Futterpflanze für verschiedene Schmetterlingsraupen, darunter die Raupen des Schwalbenschwanzes.
Essbare Samen und traditionsreiche Verwendung
Neben den jungen Wurzeln können auch Blätter, Blüten und Samen der Wilden Möhre verwendet werden. Besonders die reifen Möhrensamen besitzen ein kräftiges Aroma. Sie können ähnlich wie Kümmel als Brotgewürz dienen oder zum Würzen herzhafter Speisen eingesetzt werden.
Die Wilde Möhre gehört zu den traditionsreichen Nutzpflanzen Europas. Schon bevor fleischige Gartenmöhren gezielt angebaut wurden, wurden verschiedene Pflanzenteile als Nahrung, Gewürz und in der Volksmedizin genutzt. Aus den Samen wird ein ätherisches Öl gewonnen, das bis heute in kosmetischen und medizinischen Zusammenhängen Verwendung findet.
Möhrensamenöl ist nicht mit dem meist orangefarbenen Karottenöl identisch. Karottenöl wird in der Regel aus den Wurzeln der Kulturmöhre hergestellt, die in einem fetten Pflanzenöl ausgezogen werden. Das ätherische Möhrensamenöl wird dagegen unmittelbar aus den Samen gewonnen.
Historisch wurden Möhrensamen teilweise auch mit einer empfängnisverhütenden Wirkung in Verbindung gebracht. Eine verlässliche Wirkung ist wissenschaftlich jedoch nicht ausreichend nachgewiesen. Die Samen sind deshalb nicht als Verhütungsmittel geeignet und dürfen anerkannte Verhütungsmethoden nicht ersetzen.
Pflanzensteckbrief
| Lebenszyklus | Zweijährig |
|---|---|
| Gattung | Apiaceae |
| Merkmale | Dunkelkeimer |
| Wuchshöhe | 30-150 cm |
| Blütenfarbe | Weiß |
| Blütezeit | Juli, Juni, Mai |
| Haupternte | August, Juli, Juni, Mai, Oktober, September |
| Wurzelsystem | Pfahlwurzel |
| Winterhärtezonen (WHZ) | 7 (-18 bis -12 °C) |
Anbauhinweise
| Aussaatzeit Freiland | April, August, Februar, Januar, Juni, Mai, März, September |
|---|---|
| Aussaattiefe | 1 cm |
| Keimtemperatur | 10-18°C |
| Keimdauer | 2-6 Wochen |
| Klima | Gemäßigt |
| Sonnenlicht | Volle Sonne |
| Wasserbedarf | Mittel |
| Pflanzabstand | 2-6 cm |
| Gute Partner | Blumenkohl, Dill, Endiviensalat, Erbsen, Knoblauch, Mangold, Pflücksalat, Porree, Radieschen, Salat, Zwiebel |
| Schlechte Partner | Fenchel, Pastinake, Petersilie, Sellerie |
Aussaat und Pflege
Aussaat und Pflege der Wilden Möhre
Aufgrund ihrer tief reichenden Pfahlwurzel sollte die Wilde Möhre möglichst direkt an den späteren Standort gesät werden. Die Direktsaat ins Freiland ist von März bis Juli möglich. Daneben eignet sich eine Herbstaussaat im September oder Oktober. Ab Januar kann auch im Frühbeet ausgesät werden, wobei die Jungpflanzen anschließend möglichst früh und mit großer Vorsicht umgesetzt werden müssen.
Die Samen ungefähr 0,5 bis 1 cm tief in den vorbereiteten Boden legen, dünn mit Erde bedecken und leicht andrücken. Auf schweren oder schnell austrocknenden Böden ist eine Saattiefe von bis zu etwa 2 cm möglich. Für den Reihenanbau eignet sich ein Abstand von 30 bis 45 cm. Innerhalb der Reihen können die Pflanzen später auf etwa 5 bis 20 cm Abstand vereinzelt werden.
Die Wilde Möhre keimt langsam und nicht immer gleichmäßig. Die ersten Keimlinge erscheinen meist nach zwei bis vier Wochen, unter ungünstigen Bedingungen auch später. Der Boden sollte während der gesamten Keimphase gleichmäßig feucht bleiben. Staunässe muss jedoch vermieden werden.
Da die Saatreihen zunächst lange unsichtbar bleiben, können einige Radieschen- oder Dillsamen als Markiersaat beigemischt werden. Beide Arten keimen deutlich schneller. Radieschen werden geerntet, bevor sie die Möhren bedrängen, und lichten den Bestand dabei automatisch aus. Dill sollte entfernt werden, sobald er etwa 25 cm hoch ist oder die jungen Pflanzen zunehmend beschattet.
Die Wilde Möhre bevorzugt einen sonnigen Standort mit tiefgründigem, lockerem und möglichst steinfreiem Boden. Lehmige Böden sind geeignet, sofern sie nicht stark verdichtet sind und Wasser gut abfließen kann. Frischer Mist sollte nicht verwendet werden. Die Pflanze benötigt nur wenige Nährstoffe und kann bei Bedarf sparsam mit reifem Kompost versorgt werden.
Im Jungstadium wachsen die Pflanzen relativ langsam und können leicht von Beikräutern überwuchert werden. Regelmäßiges Jäten ist deshalb zunächst wichtig. Nach starkem Regen sollte verschlämmte Erde vorsichtig gelockert werden. Während der Keimung und in längeren Trockenperioden muss ausreichend gewässert werden. Später sind gut eingewurzelte Pflanzen robust und vergleichsweise trockenheitsverträglich.
Die jungen Wurzeln können im ersten Jahr geerntet werden. Ein eindeutiges Reifezeichen gibt es nicht. Sobald die Pflanze im zweiten Jahr blüht, sind die Wurzeln meist stark verholzt und sehr scharf. Die Wilde Möhre ist winterhart und benötigt normalerweise keinen Winterschutz.
Nach der Reife fallen die Samen leicht aus und können im folgenden Jahr neue Pflanzen hervorbringen. Für eine gewünschte Selbstaussaat dürfen einige Dolden stehen bleiben. Wer eine stärkere Ausbreitung verhindern möchte, schneidet die Samenstände rechtzeitig vor der vollständigen Reife ab.
Weitere Namen
Botanischer Name: Daucus carota
Deutsch: Wilde Möhre, Wilde Karotte, Gewöhnliche Möhre, Gemeine Möhre
Englisch: Wild Carrot, Queen Anne’s Lace, Bird’s Nest, Bee’s Nest Plant
Französisch: Carotte sauvage, Carotte commune
Italienisch: Carota selvatica, Carota comune
Spanisch: Zanahoria silvestre, Zanahoria salvaje
Niederländisch: Wilde peen, Wilde wortel, Peen
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